Samstag, 26. Juli 2014
Meermond erinnert mich
Dein Bericht hat mich heute Morgen an unsere prägnanteste Erfahrung mit kranken Kindern erinnert. Sie liegt nun schon einige Jahre zurück. Mein Sohn war mit 10 Monaten an einer Gehirnentzündung erkrankt. Die Ärzte haben Schulmedizinisch wirklich alles versucht, meinten jedoch nach der ersten Diagnostik bei so einem fiesen Virus kann man "nichts" machen. Vorsichtshalber gaben sie ihm am ersten Tag so ziemlich was der Medizinschrank hergab. Wir mussten mit ansehen wie sehr schnell nichts mehr (bei Kind und Medizin) funktionierte. Apathie, Krämpfe, Keine Temperatur, keine Gehirnfunktion, er war blind und zeigt kaum mehr Reaktion. Infusionen, Kabel, Röntgen.....ach das erspar ich uns im Einzelnen... Die Ärzte waren hilflos und folgten ihren Standardprozeduren. Als Halbwissende stellte ich so manche Frage, auch manches in Frage. Ich habe selbst in der Klinik gearbeitet und weiß Zynismus hilft sich gegen unangenehme Gefühle zu schützen, als Mutter in dieser Situation war ich jedoch manchmal wirklich geschockt was ich zu hören bekam. Fast schon traumatisiert hat mich. als eine Untersuchung einen epileptischen Anfall auslöste und der Arzt zu dem Rudel, das immer um ihn rum wieselte sagt: „na wenigstens bewegt er sich jetzt wieder“. Unser Gefühl war, das uns der Klinikalltag schadet und nicht hilft. Aber den Mut zu haben und den Entschluss zu fassen, die Klinik auf eigene Verantwortung zu verlassen war schwer. Ich glaubte vorher nicht so recht an Homöopathie („...da können sie ja gleich den Pfarrer holen“ sprach der Oberarzt und meinte kurz später auch „ besser sie holen ihn mal bevor es zu spät ist“). Als bei der Gabe von Belladonna innerhalb einer Stunde eine starke Verbesserung eintrat war ich jedenfalls erst mal überzeugt. Neben Ruhe und Mitgefühl ausstrahlenden Heilpraktikerin gab es noch eine einzigartige Kinderärztin und Physiotherapeutin, die uns anfangs mehrmals täglich. zu Hause besuchen (auf eigenen Wunsch und ohne etwas zu verlangen). Unser Kind ist nach vielen Auf und Ab nach einem gutem Jahr gesund geworden. Zweimal wurden uns noch Operationen vorgeschlagen (z.B. eine Augengeradestellung) die durch Abwarten unnötig wurden. Die Ärzte bezeichneten es als ein Wunder das er (trotz so mancher fragwürdiger Behandlung?) gesund und nicht schwerstbehindert geworden ist. So was gibt es eigentlich gar nicht bei dieser Schwere der Krankheit. Er hat von uns viel Zeit bekommen und hat sich zu einem wunderbaren, intelligenten und sehr empathischen Menschen entwickelt. Zum Glück (Da waren sich alle Ärzte einig) war er bis dahin, weil ich so stur war und er das zweite Kind, im Gegensatz zu seiner Schwester, noch nicht geimpft. Ich wollte warten bis er ein Jahr alt ist. So hatte sein Immunsystem die volle Kraft zu kämpfen. Bis heute, er ist 12, hat ihn kein Arzt impfen wollen. Nicht mal bei wilden Stürzen mit „Tetanusgefahr“. Beruflich höre ich da immer wieder etwas ganz anderes. Durch die Unterstützung von ganz vielen lieben Menschen die uns mittunter auch auf ungewöhnliche Art und Weise Kraft und Energie geschenkt haben, konnten wir diese Zeit, die auch für unsere damals fünfjährigen Tochter ein großer Einschnitt war, überstehen. Im Nachhinein ist diese Zeit, sogar ein besonderes Geschenk.

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Freitag, 18. Juli 2014
Erinnere dich
Fanny Jimenez Die Welt, 18.7.14 Axel Springer SE 2014. Alle Rechte vorbehalten


Die Erinnerung beginnt erst im dritten Lebensjahr
Wer glaubt, sich an Kindheitserlebnisse vor dem dritten Geburtstag erinnern zu können, irrt. Denn das autobiografische Gedächtnis funktioniert erst, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind.
Mit Kindheitserinnerungen ist das so eine Sache. Man kann sich nie wirklich sicher sein, dass das, woran man sich da zu erinnern glaubt, wirklich stattgefunden hat – und ob es wirklich eine eigene Erinnerung ist.
Meine erste Erinnerung zum Beispiel ist die, dass mir ein Luftballon davonfliegt, ein mit Helium gefüllter. Ich kann mich erinnern, wie sich die Schnur von meiner Hand löst und ich ihm entsetzt hinterher sehe, dem rosa Ballon mit Hasenohren.
Kürzlich aber habe ich mich gefragt, woher ich das eigentlich weiß. Dabei kam heraus: Niemand sonst in meiner Familie kann sich daran erinnern, aber es gibt ein Foto von mir und einem Hasenballon. Darauf bin ich drei und halte ihn fest.
Ohne Ich-Verständnis keine Kindheitserinnerung
Gedächtnisforscher gehen davon aus, dass es vor dem dritten Lebensjahr keine autobiografischen Erinnerungen geben kann. Denn erst müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Das Netzwerk von Nervenzellen im Gehirn muss so ausgebildet sein, dass Geschehenes in vielen Arealen gleichzeitig verarbeitet werden kann.

Gedächtnis
Die Festplatte für das Gehirn
Außerdem muss die Fähigkeit zu sprechen und sprachlich zu denken vorhanden sein, und ein Minimum an Selbstbewusstsein: Denn ohne zu wissen, wer man ist, kann man Erinnerungen nicht als zu sich zugehörig speichern. Das alles ist erst um das dritte Lebensjahr herum soweit entwickelt, dass das autobiografische Gedächtnis seinen Dienst aufnehmen kann.
Erinnerungen verändern sich bei jedem Abruf
Aber auch wenn meine vermeintlich früheste Erinnerung dieses Kriterium erfüllt, besonders klar und deutlich erscheint sie mir nun gerade nicht. Und deshalb bin ich mir auch nicht besonders sicher, ob es überhaupt eine ist. Manchmal nämlich hat das Gehirn Schwierigkeiten, Erzählungen anderer, zum Beispiel die der Eltern und Geschwister, von echten Erinnerungen zu trennen.
Manchmal verwechselt es auch Gedanken über die eigene Kindheit, Überlegungen, wie Dinge hätten sein können oder hätten sein sollen, mit echten Erinnerungen.
Und außerdem verändert sich jede Erinnerung, jedes Mal, wenn sie abgerufen wird, ein kleines bisschen. Sie wird aktualisiert, sozusagen. Vielleicht also gab es meine erste Erinnerung nie. Vielleicht hat mein Gehirn das Foto mit dem Hasenballon einfach nur etwas zu ernst genommen.

Anmerkungen:
Diese „Fehlfunktion“ kann gut genutzt werden: “ Es ist nie zu spät sich an eine glückliche Kindheit zu erinnern…
Hat die Autorin dieses Artikels schon mal mit selbstbewussten zweijährigen Kindern zu tun gehabt???
Außerdem gilt dieses “als wahr genommene falsch“ Abspeichern ja nicht nur für frühe Erinnerungen.

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Montag, 7. Juli 2014
Idylanisch
expecting rain

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Donnerstag, 3. Juli 2014
Run
Never Change a running System

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Fußballfloskeln wörtlich genommen
https://www.youtube.com/watch?v=7QB3eqB4IZw

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Zeitloch
Draußen vor den Arkaden beim Asiaten.
Am Nebentisch sitzen drei sogenannte alte Damen in voller Takelage.
Sie reden ein wenig zu laut.
Über Pellkartoffeln und Quark. Über Früher, da waren die Kartoffeln besser. Sie sind grell, schrill und reden über die gute gemütliche alte Zeit. Alle gleichzeitig. Die drei alten Damen reden über ihre Mütter. Dramatische Überrumplungen. Schon lange hört keine der anderen zu.
Die Erste, die ganz Mürrische, steht abrupt auf und spaziert mit einem kurzen Adieu davon.
Die Zweite, sieht erleichtert etwas, stürmt nach kurzem Nicken, zu einem Bekannten.
Zurück bleibt eine gefärbte rauchende bunte alte Dame, die die den Rest der Geschichte lautstark ihrem winzigen Chihuahua erzählt. Dann schweigt sie lange und sagt sehr leise zu ihm: "Komm lass uns nach Hause gehen"
.

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Bob Dylans Musik ist der Soundtrack meiner Kindheit ....ein wunderschönes Konzert zusammen mit meinem Paps

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Donnerstag, 22. Mai 2014
Guten Morgen startklar in einen schönen Sommertag
"Every morning, prepare yourself to receive the best that life has to offer."

How you start your day is how you live your day
And how you live your day is how you live your life

say so: Louise

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Donnerstag, 1. Mai 2014
Bärtige Hippster
bleiben im Gespräch.

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Samstag, 19. April 2014
Manufactum
"...es gibt sie noch, die bösen Dinge!"
Das gutbürgerliche Konzept mit dem konservativen Touch, das Bollwerk gegen die Zumutungen des modernen Lebens,
mit dem Firmengründer Thomas Hoof, über 25 Jahre sehr erfolgreich ist, hat deutliche Werte vom rechten Gesellschaftsrand.
Manufactum, inzwischen zum Ottokonzern gehörend, distanziert sich nun öffentlich von seinem Gründer,
in dessen Verlag Manuscriptum auch recht braune Schriften herausgegeben werden.
Betrachtet man diverse hochpreisige, wertkonservativen Artikel und andere langlebige Statussymbole,
wie Jagdausrüstung, Werkzeuge und Lampen aus dem Jahre 1936 (?), im Licht und vor dem
ideologischen Hintergrund der Fremdenfeindlichkeit, Angst vor selbstbewussten Frauen und Hetze gegen Homosexuelle, ändert sich schnell der Blickwinkel.
Gerade noch zeitlos designte Dinge könnten genauso gut Ausstattung eines Propagandafilms sein.



14..4.14 Spiegel,Zeit

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Montag, 7. April 2014
Lindgrün im Blautopf

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