Dienstag, 10. Dezember 2019
Abschied
Warst du schon bereit für die letzte Überfahrt?
Vorrausgepaddelt klingt zu lächerlich, auch wenn die Vorstellung sehr schön wäre, wir würden uns alle am großen Fluss wiedersehen und der unendliche Knoten uns alle weiter verbinden.



Mittwoch, 4. September 2019
Kurze Geschichte aus dem Garten
Wir sitzen im Regen an einem kleinen italienischen See. Die Freunde fragen:“ Warum seid ihr nicht zuhause geblieben, dort ist das Wetter schön, und ihr habt doch den tollen Garten am Böhmer Weiher!“
Stimmt eigentlich…Wir packen zusammen und fahren Richtung Brennero. Bei Sterzing die ersten Regentropfen. Eigentlich alles wie immer. Über München tobt ein Unwetter. Der Wetterbericht verspricht Regen für die nächsten Tage. An Gartenerholung oder Mähen ist erst mal nicht zu denken. Also Zeit für eine kreative Pause, da lese ich die Geschichte von Michi Sailer und denke mir, das kenn ich doch auch. Meine Gedanken wandern zu einem späten Nachmittag im Juli.
Heute hatte ich frei und im Radkorb habe ich meine eingesammelten Schätze. Riesige Kartoffeln (Ja, dumm gelaufen!), gelbe Zucchini, Karotten, Radieserl, Rauke, Stachel- und Johannisbeeren und einen großen Strauß bunter Blumen. Glücklich grinsend, radele ich am Bach entlang nach Hause, und bedauere all die Menschen die heute in ihren Büros schwitzten und danach ihr fahles, in Plastik abgepacktes Gemüse im Supermarkt kaufen müssen. Ich spüre ihre neidvollen und bewundernden Blicke. Sie ahnen ja nicht wie selten es zu diesem Großereignis kommt.

In meinen Augen bin ich eine miserable Gärtnerin. Immer noch zu wenig Zeit, wenn Zeit dann schlechtes Wetter. Wenn gutes Wetter, zu wenig gegossen. Na ja nicht nur in meinen Augen. Kein Dünger geht gar nicht, sagt meine Schwiegermutter, ist ja kein Wunder das ich Minigemüsepflanzen habe. Dieser biologische Schnickschnack funktioniert nicht. Schau dir nur deine Rhabarber an. Wie es hier aussieht, fürchterlich!

Die Natur liebt meinen Garten auf ihre eigene Art. Es ist eine Art „ Selbstbedienungs-Schlaraffenland“ für Kleintiere. Hasen und Rehe laben sich an meine Pflanzen.
Alle Schnecken dieser Welt finden meinen Garten besonders attraktiv, da ich nicht in Schneckenkorn investiere. Sie finden immer einen Weg in das Hochbeet, sie seilen sich ab. Ins Frühbeet haben sie, glaube ich einen mehrspurigen Tunnel gegraben, und über Nacht jeglichen bunten Mangold gefressen. Meine Familie dankt es Ihnen sie können schon seit Jahren keinen Mangold mehr leiden.
Brennnessel finden immer ihren Weg von der benachbarten Pferdekoppel zu mir und verhindern, dass ich Rheuma bekomme. Aus jeder Hollerbeere wird ein Hollerbusch. Warzenkraut sprießt aus jeder Fuge meiner Terrasse und verhindert, na ja Warzen und eine gepflegt aussehende Lounge Landschaft.
Aus dem gutgemeinten, großflächig gestreuten Rindenmulch, der irgendwas unterstützen oder verhindern soll, was weiß ich eigentlich nicht genau, aber alle tun es, also aus ihm wachsen dieses Jahr interessante 1,5 Meter hohe gelbe Blumen. Zu Hunderten. Tausenden nach dem Urlaub.

Maulwürfe haben eine ausgedehnte Stadt unter meiner, ja nicht nur unter meiner, Wiese angelegt und je nach Witterung findet man zwischen 5 und 50 neue Hügel als Symbol ihres kreativen und ausgiebigen Bauwesens. Eine Mäusefamilie fühlt sich unter meiner Decke zuhause. Mücken suchen meine Gesellschaft.
Viele Pflanzen wachsen rapide und gedeihen ausufernd, in die Höhe und in die Breite. Oft ungenießbar, und am liebsten dort wo sie gegen die Regeln oder gute Nachbarschaftsverhältnisse verstoßen.
Die Brombeeren haben meine Pflegeversuche jahrelang dahingehend ignoriert, dass sie zwar wachsen, aber keine Blüten tragen, schon gar keine Früchte. Mit der Ausnahme 2013, da war es eine reiche Ernte warum auch immer (ach ja, ich war im Urlaub). Seitdem hat man nie wieder eine Brombeere gesehen. Nur ihre fiesen stacheligen Ranken wachsen unglaublich schnell und lauern hinterhältig im Gebüsch oder in der Wiese, am liebsten wenn ich barfuß gehe.
Meine Himbeeren verschwinden auf mysteriöse Weise von alleine, Rosen verkümmern. So manches ausgepflanzte, in liebevoller Arbeit auf der Fensterbank vorgezogene Gemüse, sieht man nach drei Tagen nicht wieder! Falsche Erde sagt der Nachbar. Aber warum nur bei mir? Was für Tricks haben die anderen, vor allem zwei Gärten weiter? Haben sie eine Wagenladung Walderde hergebracht? Pferdemist!? Sie werden doch nicht die halbe Chemieabteilung von Kölle und Dehner leer geräumt haben?

Die Obstbäume lieben das Klima im Spatzenweg auch nicht sehr. Falls sie viele Blüten tragen, kommt sicher ein Wetter und reduziert auf 25 Restblüten, diese werden dann von den wunderbaren fleißigen Bienen, die aus des bärtigen Nachbars Garten rüberkommen, betüttelt. Daraus entstehen dann wie durch ein Wunder einige, vier bis zehn Äpfel und Birnen, niemals Zwetschgen. Ich bin stolz wie Oskar. Nach einigen Wochen sind sie zwar leicht fleckig aber so langsam denke ich, jetzt noch ein bis zwei Tage dann wird geerntet! Kommt doch sofort der Spatzenschwarm und frisst und pickt! Die letzten zwei Äpfel stürzen sich dann in suizidaler Absicht auf die Schnecken-Wiese! Ab auf den Kompost.

Eigentlich haben viele Besucher eine Meinung, warum ich (noch) nicht (in noch) paradiesischeren Zuständen in meiner Datscha lebe. Beim Basteln und Ratschen mit Freundinnen, am Grill beim Bier wird beobachtet, kommentiert, manchmal schwadroniert und gern gefachsimpelt. Es hagelt gute Ratschläge und so manches besser wissen.
Meine kleine bröckelnde Hütte ist aus der Mitte des letzten Jahrhunderts und die allgemeine Meinung ist: „das alte Ding abreißen und einen schönen Neubau im Tiny Home Style hinstellen!“. Die Ideen überschlagen sich. Wenn ich konkret nachfrage, wann denn alle so Urlaub hätten und wir das Projekt gemeinsam starten können, wundere ich mich nicht, denn eigentlich hat nie jemand Zeit, wenn es was zu schrauben gibt.

Am Schönsten sind dann ja oft die Momente des einsamen „vor sich hin wurschteln und wühlen“. Danach gibt es sie dann, diese vielen sonnigen Momente, in denen die schattigen Plagen und die Rückenschmerzen vergessen sind.
Bunte Schmetterlinge tanzen dann fröhlich über die Blumenwiese, Bienen freuen sich summend an ausgeschossenen Rauke und Radieschen. Über mir in meiner Hängematte, lustiges Vogelgezwitscher, Grillenzirpen und hohe Schwalbenflüge am blauen Himmel. Danach ein kleiner Spaziergang durch mein schattiges Wäldchen und erfrischendes Schwimmen in den Sonnenuntergang am Weiher, der zum Glück noch uns gehört.

inspiriert durch Michi Sailers: “schweres Los des Schlaraffenlandbewohners”, im IN München 8/ 2019



Dienstag, 12. Februar 2019
2018


Ausgeglichen



Freitag, 12. Januar 2018
Toxic Situation
Negative tones
steeling energy in a
One direction engagement.
Cynical whiny misery sucks.
Insanity outbalanced scales.
Monolog reminder of projection
from the past. History. Yesterdays.
Sometimes a rare loss of distance.
Failing of data and form.
Distortion of perception.
Stop letting people who do so little for you, control so much of your mind, feelings and emotions.
Be kind. Be kind to yourself.
Improve curiosity, established constructive positivity and humor.
No need to go away. Take action and be with someone who is good for your mental health.



Fernweh ist das Gegenteil von Homesick
Doch das Klima, Energieverbrauch, Feinstaub, die soziale Ungerechtigkeit, Frauenrechte, Todesstrafe, Malaria, giftige Krabbeltiere und der Verstand sprechen für Ferien am Ammersee



Donnerstag, 6. Juli 2017
Da ich momentan so schreibfaul bin lass ich den einsamen Griechen erzählen, von seinen Gedanken auf der Suchen nach einer Gefährtin. Viele Fragen...?
Liebe Lieblingsfrau: Die Singlekolumne SZ Magazin 05. Juli 2017

Liebe zukünftige Lieblingsfrau,

ich liege auf dem Sofa, Willy liegt auf meinen Beinen und schläft so niedlich, dass ich nicht aufstehen mag. Deshalb schreibe ich dir so, flach auf dem Rücken. Es ist ein Privileg meines Jobs, dass ich immer so arbeiten könnte, und ja, ich habe den Witz schon gehört, dass das hier auf Sankt Pauli jawohl keine Ausnahme ist, haha. Aber ich finde mich selbst merkwürdig, dass ich ein Tier nicht wecken mag, dessen Hauptbeschäftigung es ist, herumzuliegen und zu schlafen. Willy kommt langsam in ein gesetztes Alter, früher hat er im Garten so erfolgreich Vögel gejagt, dass ich den winzigen Flecken Grün hinter meiner Küche das Amselfeld getauft habe. Heute kommt er nur noch manchmal mit einer Maus an, aber er wirkt selbst überrascht dabei.

Willy ist nicht alleine. Er hat eine Gefährtin, eine Art jüngerer Schwester, falls er sie so sehen will, eine Freundin. Sie heißt Hummel, weil sie als ganz junges Kätzchen herumgesprungen ist als wüsste sie nicht, dass sie nicht fliegen kann, so wie Hummeln eben, die angeblich von ihrem Körperbau her gar nicht zum Fliegen geeignet sind und es nur können, weil ihnen ihre Unfähigkeit nicht bewusst ist. Sie tun es einfach trotzdem. Ich habe ein Foto von dem Tag, als Hummel hier einzog, klein wie eine Fledermaus, und auf dem Bild steht sie vor dem genervten Willy auf den Hinterbeinen, die rechte Tatze hochgereckt, um dem riesigen Kater eine zu kleben, weil er sie blöd angemacht hat. Sie ist eine Kriegerin, bis heute, obwohl sie immer klein und dünn geblieben ist.

Sie haben sich aneinander gewöhnt, die beiden, und sie haben sich gegenseitig verändert. Erst durch sie hat Willy angefangen zu teilen, Platz und Aufmerksamkeit und sogar seinen Futterplatz. Manchmal putzen sie sich gegenseitig, und es bricht dir das Herz, weil es so süß ist. Und erst durch sie hat er übrigens angefangen, seine Krallen an allen Möbeln zu schärfen, außer dem Kratzbaum, den wir einzig zu diesem Zweck angeschafft und nach ein paar Monaten weggeschmissen haben, weil die beiden ihn komplett ignoriert und stattdessen den Ledersessel zerfetzt haben. Katzen halten sich nicht an deinen Plan. Du wirst mich verändern, wenn du da bist, einfach dadurch, dass du da bist. Und ich dich. Wir werden Menschen sein, die wir ohne einander nicht geworden wären, und dabei hoffentlich ganz und gar wir selbst. Denn das ist die Balance, die man finden muss, sowieso immer und überall, aber vor allem dann, wenn man zu zweit eins ist: Für die eigene Veränderung offen zu sein, ohne sich aufzugeben, und die Veränderung des anderen anzunehmen, ohne sie zu erwarten. Manchmal habe ich den Eindruck, Frauen, die sich in einen Mann verlieben, beginnen am zweiten Tag, ihn verändern zu wollen, während Männer sich Frauen suchen und bald erstaunt feststellen, dass sie nicht für immer genau so bleiben wie am ersten Tag. So als wäre irgendetwas eine Reise wert, wenn man nur genau das erlebt, was man sich vorher ausgemalt hat. Aber wirklich Leben heißt, ein One-Way-Ticket zu buchen auf einem Schiff, von dem man nichts weiß, als dass es aus dem Hafen ausläuft und irgendwann untergeht.

Es heißt, Fantasie kenne keine Grenzen, aber in Wahrheit ist nur eins grenzenlos: Unsere Fähigkeit, die Fantasien des anderen zu übertreffen, sie aus der Bahn zu werfen, zu kitzeln, zu schütteln und immer wieder neu zu befüllen mit riesig großen und winzig kleinen Impulsen, die wir allein nie gespürt hätten. Es ist das einzige, was ich weiß über dich, und was ich sehe, wenn ich mir dich vorstelle: dass du meine Vorstellungskraft übersteigst. ch liege hier noch ein bisschen rum, zukünftige Lieblingsfrau, mit Willy ausgestreckt auf meinen Beinen. Du kannst kommen und das ändern, wenn du willst. Oder dich dazulegen. Ich muss nicht vorher wissen, was es ist, ich will nur dabei sein, wenn es passiert. Und morgen wieder, wenn es vielleicht ganz anders ist.

Das ist meine Fantasie. Bis du sie einreißt. Und ich fliegen werde, weil ich vergesse, dass ich es nicht kann.
Am 6. Juli 2017 liest Michalis Pantelouris um 19 Uhr aus seinen Kolumnen im Alten Zollamt Rothenburgsort in Hamburg.



Mittwoch, 12. April 2017
Das Wasser hat dich nicht getragen
connected - in Erinnerung an Malina



Sonntag, 9. April 2017
Frühlingsgefühle contra Frühjahrsmüdigkeit
All diese Farben
Naturexplosion Naturgewalt Mensch Welt
Dieser Frühling der sich wie Sommer anfühlt

Ich habe auf die Welt geschaut
und an allen Ecken löst sie sich auf
doch es gibt Kleber der hält sie zusammen in meinem kleinen Universum

Was wir zusammen gut schaffen ist nicht immer logisch
manchmal wie das große gemeinsame Graben des Blaumilchkanals
und das Wasser kommt immer dann wenn man nicht damit rechnet

man -ein Wort das Distanz schafft
wenn wir oder ich lieber nicht zu nah an die Gefühle oder
fatale nahe Situationen ran gehen können, all das

Träume lassen sich schwer kontrollieren.
Und das Problem ist, sagt da ein Mann
Eigentlich bin ich so unbeschwert denke ich.
Und du warst das Problem sagt eine Mutter.
Das wiegt schwer
Kann aber sein, es wird ein irrrationaler Glaubenssatz
ungeliebter Nichtsnutz zu sein und sich sehr anstrengen zu müssen

Man kommt raus aus der Nummer wenn
man am Schluss doch Verantwortung für sein Leben trägt
Relax nothing is in control



NachbArschaft lustiger Tippfehler
Über mir die schwarze Wolke in Pastell mit uneinsichtigem Haifischgrinsen
Neben mir wohlwollendes philosophisches Himmelblau
Ganz oben der jugendliche lautmalerische Held
Und verbindend in der Mitte die wütende gute Seele, durch das Schicksal und Orte verbunden
Exgegenüber steht mir bei und läuft mit mir Crosswood wie der Teufel, sowie dem davon, und über dem selbigen Berg



Montag, 27. März 2017
Die naheliegendste Lösung ist oft die Fatalste
Schweigen
Sagen
Reden
Fragen

Denken
Fühlen
Vergessen
Wühlen

Bleiben
Gehen
Abbiegen
Drehen